Ja. Er ist für mich einer der besten Filme der letzten Jahren – und nicht nur, weil er ein österreichischer Film ist: Der Kinoleinwandgeher vom Kärntner Schriftsteller Josef Winkler.
Winkler insziniert sich und provoziert mit seinen Gedanken zu Kirche, Religion, Kindheit, Homosexualität, wiederholt dem Tod sowie dem eigenen und verbindet dieses als kleinstes gemeinsames Vielfaches dreier auf den ersten Blick unterschiedlicher Länder und Kulturen miteinander: Mexico, Kärnten und Varanasi in Indien.
Beim Tod wagt Winkler den Schritt den Kontrast der Drau zum Ganges – von dort, wo das sich das Leben im Haus abspielt zum Leben auf der Straße. Der Fluss als Symbol der Offenheit und der Vereinigung. Der Fluss in dem sich das Leben mit Tier und Mensch abspielt und in dem das Leben endet.
Die kritische Auseinandersetzung mit dem Katholizismus – der Religion und dem immer wieder die Metapher des wiederkehrenden Kälberstricks, an dem das Leben zu scheitern droht. Und scheitert. Und dazu auch die sexuelle Aufklärung.
In der Vergangenheitsbewältigung trifft der Kinoleinwandgeher beeindruckend auf “Das weiße Band” von Michael Haneke*. Beide treffen sich in aussagekräfitgen Szenen zu einer Zeit der intoleranten, katholischen, gewaltvollen und konservativen Kinder-Erziehung wieder und bringen dies als unbearbeitetes Leid und Trauma in die Gegenwart zurück (methaphorisch in der Form des in der Gegenwart aus-der-Kinoleinwand-steigenden Winnetous).
Eine beeindruckende Bildsprache mit beeindruckender Stimme von Peter Patzak, filmische Inszinierung, Schnitte und methaphorische Übergänge hinterlassen ein eindrucksvolles Meisterwerk, das inspiriert und zum Nachdenken anregt.
“Der Kinoleinwandgeher” von Josef Winkler wurde am Freitag, 29. Okt. 2009 im Wiener Künstlerhauskino im Rahmen der Viennale 2009 “Ein Abend mit Josef Winkler” aufgeführt. Die dem Film vorangegangene Lesung wurde gemeinsam mit musikalischer Begleitug von Naked Lunch (Oliver Welter) insziniert.
*) Ich bringe diesen Vergleich, da ich beide Filme in kurzen Abständen gesehe habe.
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Lieber SugarMElon,
habe mir erlaubt einen Link auf Ihre Seite zu legen.
Mit freundlichen Grüßen
Focusfilm – Webmaster
Lieber Webmaster, lieben Dank!